Mein erster Tag in Kenia

Gestern Abend wollte ich nach dem Abendessen direkt ins Bett fallen, ich war einfach nur hundemüde nach der langen Anreise..
Also rauf aufs Zimmer. Kaum war ich da, erklang von unten Getrommel und Gesang. Eigentlich nichts für mich, so ne Touri-Shows.
Na ja, neugierig war ich trotzdem. Also runter gegangen, mir so ein Lied mal angeschaut (zwei Trommler und einige Tänzer, die auch sangen). Dann aber lieber noch ein wenig die Wege von der Hotelanlage abgelaufen und da war es plötzlich – das Meer!
Drei große weiße Vögel (keine Gänse wie bei Heinz Erhardt….), die im Wasser standen haben mich interessiert, aber auch beim näher herangehen konnte ich nicht erkennen, was es für Vögel waren. Auf jeden Fall haben sie da im Watt gefuttert. War ansonsten ja auch schon stockdunkel. Aber: Warum ist eigentlich vorn am Haupteingang alles so gut mit Tor abgesichert, wenn man ohne Probleme vom Strand aus auf die Hotelanlage kommt…?

Also zurück aufs Zimmer, unters Moskitonetz gekuschelt und –  hellwach gewesen. Zum einen erklang von unten noch Musik hoch (mittlerweile Discolieder aus meiner Jugendzeit – ok, das entspricht scheinbar so dem Durchschnittsalter der Besucher), zum anderen hatte ich so viele Bilder im Kopf, in der kurzen Zeit schon so viele Eindrücke gehabt, dass ich nicht einschlafen konnte. Egal, irgendwann war ich dann wohl doch eingeschlafen. Um 7 Uhr morgens reichte es dann aber auch. Die Sonne  ging auf, die Vögel zwitscherten vielversprechend und warum lange im Bett liegen bleiben, wenn draussen Kenia wartet???Raus, unter die Dusche, zum Frühstück. Auf dem Weg dahin tolle gelb-orangefarbene Vögel bewundert. Nach dem Frühstück – ab an den Strand! Eine schönen Strandspaziergang wollte ich machen. Ok, zurück gekommen mit einem Nilpferd, zwei Giraffen und einem Elefanten. Und ner Schale. Dabei wußte ich doch vorher schon so genau, dass es diese Beach-Boys gibt. Aber wie gesagt, vor Ort ist es dann doch plötzlich anders… man kommt also noch gar nicht aus der Hotelanlage raus, da warten sie schon am Zaun (will ich jetzt sagen wie die Geier???). Hey, nur mal schauen, nein, Du musst nichts kaufen. nene, muss ich auch nicht, war mir klar, aber sobald man nach dem Preis fragt… ‚ok, komm in mein Büro‘. Das Büro war ein Stück Schwemmholz auf Steinen. Für die Touris alles schön im Schatten. Platz genommen und das Verhandeln war eröffnet. Ein Zettel, eine 1 aufgeschrieben, die umkreist wird und dann ein Preis aufgeschrieben. Darunter die umkreiste 2, mein Part da nun ein Gegenangebot zu machen. ’nene, viel zu niedrig‘, entsetzte Augen schauen Dich an. So geht es kurz hin und her bis man dann doch zu viel gezahlt hat für die guten Stücke in der Tüte. Oder nicht? Ich weiß es nicht, kann es natürlich nicht einschätzen.
Auf jeden Fall irgendwann endlich den Weg zurück aufs Zimmer geschafft – ach so, ohne Spazierggang natürlich, weil es eigentlich nur ein Spießrutenlauf ist.
Aber ich wollte ja noch zum Supermarkt, hatte leider Shampoo vergessen. Für den Weg von 10 Minuten 1,5h benötigt. Auf dem Rückweg im Gepäck Salatbesteck und eine Schale (nein, jamila, Du fragst mich nicht nach dem Preis – ist ja nicht Nairobi…) und eine morgige Segelboot-Tour und eine Tour am Freitag/Samstag zum Tsavo Nationalpark/Taita Hills Nationalpark. Aber zumindest DAS wollte ich ja wirklich auch machen… (wenn ich auch eigentlich schon einem Beach Boy Hoffnungen gemacht hatte – aber letztlich ist so eine Verkaufsbude einen Hauch vertrauenserweckender und die Touren sind glaube ich eh alles die gleichen und die bekommen alle nur ihre Provision).
Um 13 Uhr wurde ich dann pünktlichst abgeholt für den ersten richtigen Besuch an der Harambee Garden School. Noch ein paar Lollies für alle eingekauft und ab ging’s. Das nächste Mal eingeatmet habe ich, glaube ich, erst wieder im Hotel. Die Speicherkarte zeigt 1290 Fotos an. Sie wird nicht lügen… wir waren in wirklich jeder Klasse (3 Kindergarten-Klassen und 8 Schulklassen) und mein Auge verwuchs langsam mit dem Fotoapparat. Fotografiert werden finden die meisten halt toll und posieren ohne Ende. ‚me, me‘ hörte ich dann ständig. Die schüchternen abzulichten, ist sehr schwer, es drängen sich wieder andere ins Bild. Die Patenbriefe habe ich überreicht. Ich glaube, in der Aufregung nicht immer darauf geachtet, dass man auch den Brief sieht… verzeiht mir, das ist einfach alles echt aufregend vor Ort…
Um 18 Uhr wieder im Hotel gewesen, alles Akkus wieder aufgeladen (inklusive meinem eigenen) , dann was essen gewesen und gleich gehe ins Bett schlafen (hoffe ich, denn morgen werde ich um 7:30 Uhr zur Dhow-Tour abgeholt – Delfine schauen). Mal sehen, ob das nur Touri-Nepp ist. Preis für Dhow Tour und Tsavo/Taita war am Büdchen so teuer, wie Tsavo/Taita allein über regulären deutschen Reiseanbieter. Ich werde berichten… kann es sein, dass das Geld hier aus den Taschen rieselt? Wenn man dann sagt, dass man kein geld mehr habe, kommt als Antwort, kein Problem, Du nimmst mit und bringst das Geld später. Tja, die wissen halt, dass in den Hotelanlagen Geldbäume wachsen…

Zum Schreiben sitze ich übrigens unten nahe der Rezeption, nur hier ist WLAN (ein Teil hatte ich schon vorgeschrieben, während die Akkus am Laden waren). Ich höre schon wieder Disco-Musik… ansonsten nur die Grillen. Ist super gemütlich hier mit kleinen Sitzecken mit Sofas, Sesseln und Tischen.
Das Essen ist ne Mischung aus deutschem und afrikanischem würde ich sagen, mit Überhang zum deutschen Essen. Höre auch nur fast deutsch und selbst die meisten der Angestellten sprechen ein wenig deutsch.
Phew, Schreck, gerade gab es ein riesen Geschrei. Löwen, Tiger?? So ähnlich. Eien  schwarze und eine rote Katze, die sich schinbar nicht mehr so ganz einig waren, wem welches Revier gehört. Natürlich kam sofort eine beherzte Touristen, um jedem nochmal zu erklären, wem welche Seite gehört. Sonst wäre ich es natürlich gewesen… Katzenkloppe will doch keiner…
So, ich mache mich auf nach oben. Hoffe auf schnelleres Einschlafen als gestern. Morgen dann Bericht von der Dhow-Tour, dann einen Tag kein Bericht, weil ich irgendwo im Nationalpark auf einem Stelzenhotel wohne. Und unten drunter die Elefanten. Aber eins nach dem anderen. Erstmal die Delfine ärgern ‚gehen‘. Gute Nacht….

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7 Antworten zu “Mein erster Tag in Kenia”

  1. Jamila sagt:

    Hi Doris,
    vielen Dank für deinen tollen, lebendigen Bericht :-). Hab mich ja an manchen Stellen fast weggeschmissen vor Lachen… keine Bange ich frage nicht nach Preisen – denke aber eher nicht, dass du deine Errungenschaften mit Profit für HD weiterverkaufen kannst. ***LOL*** …. nun weisst du auch warum ich in Kenia keinen Strand betrete – eben weil dort die „Pest“ (so nennen Lilly und ich sie ;-)) wartet…
    Näh mal deine Taschen zu bevor du unter dem Netz (gemütlich, nicht?) verschwindest.
    Viel Spaß und hoffentlich siehst du Delphine!!!
    Lala salama!!!!

  2. Guddy sagt:

    Hi Doris, musste herzhaft lachen! Das war ja mal wieder eine typische Beachboy Begegnung! Und ja, du musst deinen Geldbeutel zunähen, nur so als Tipp am Rande… Viel Spaß morgen mit den Delphinen und vor allem mit Tsavo und dem Stelzenhotel, das ist echt super, fand ich fast die beste Tour die ich gehabt hatte bisher.
    Drücke Daumen dass du jede Menge Tiere zu Gesicht bekommst.

  3. Jamila sagt:

    Hi Doris,
    vielen Dank für deinen tollen, lebendigen Bericht 🙂 . Hab mich ja an manchen Stellen fast weggeschmissen vor Lachen… keine Bange ich frage nicht nach Preisen – denke aber eher nicht, dass du deine Errungenschaften mit Profit für HD weiterverkaufen kannst. ***LOL*** …. nun weisst du auch warum ich in Kenia keinen Strand betrete – eben weil dort die “Pest” (so nennen Lilly und ich sie 😉 ) wartet…
    Näh mal deine Taschen zu bevor du unter dem Netz (gemütlich, nicht?) verschwindest.
    Viel Spaß und hoffentlich siehst du Delphine!!!
    Lala salama!!!!

  4. Katja sagt:

    Du schreibst wirklich unglaublich bildlich. Auch ich habe wirklich den Atem angehalten und mitgefiebert. Toll. Es ist ein Riesenspaß deine Berichte zu lesen.
    Ich wünsche dir eine wunderbare Zeit in Tsavo – für mich war es ein unvergessliches Erlebnis. Genauso wie die Schule. Ich wünschte, ich könnte mich zu euch beamen.
    Weiterhin eine tolle Zeit und mehr so lebendige Schilderungen!
    Herzliche Grüße,
    Katja

  5. Dido sagt:

    Hi Doris ,

    Deine Berichte sind herrlich , man fühlt sich gleich dabei !
    Ja und die typischen Touristenfallen , da sind wir auf unseren ersten Reisen doch alle reingetappt 😉
    und die vielen Fotos auf der Kamera
    und nachts nicht schlafen können , vor lauter neuen Eindrücken
    und am Schluß des Urlaubes schon englisch träumen …
    das gehört einfach dazu.

    Beim nächsten Besuch sieht einiges schon ein bißerl anders aus ,
    man kann sich „wehren/abwehren“
    man kann unterscheiden, was ist Nepp und Tourifang
    und man macht gezielter das, was man selber möchte.
    Aber die Faszination Afrika bleibt und die Berührung und Verschmelzung wächst , so geht es mir zumindest !

    Freu mich auf Deinen nächsten Bericht
    und viiel Spass mit Delphinen und Elefanten !!

  6. J sagt:

    Asante sana für den Bericht ! Einfach herrlich !
    Beim ersten mal fällt wohl jeder auf die Beach Boys rein 😀
    Da kauft man Holzgeschnetzeltes was Tage abwechselnd in der Sonne und im Salzwasser gelegen hat , obwohl man die teilweise sehr schönen Gegenstände auch direkt und billiger beim Schnitzer erwerben könnte :D:D:D
    Die Beachboys sind wirklich eine Plage !
    Sei arrogant und ignorier sie !
    Hoffen wir , dass du deine Ausflüge bei jemandem gebucht hast , der sie auch
    durchführt 😀 Aber ich will dich nicht verunsichern … in der Bretterbude von “ Bushdweller “ waren meine Ausflüge bestens organisiert und billiger als bei den “ Grossen “ ! Der hatte mir dann sogar seinen Laptop ausgeliehen ….
    Geniesse Afrika !
    Es ist der schönste Kontinent wo gibt 😉

  7. Uta Bakowski sagt:

    Tolle Berichte! Bin schon gespannt wie es weiter geht!

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