Wasini Island oder: durchgerüttelt, durchgeschüttelt, durchgeschaukelt (verschaukelt?)

Tagesbericht im Schnellspurt – morgen muss ich schließlich für die Safari um 5 uhr morgens am Eingang stehen!
Die Tour heute startete um 7:30 Uhr. Als ich zum Eingang kam, war das Auto (Kleinbus, 8-Sitzer) schon da. Drin saßen 6 Deutsche, die zuvor von einem anderen Hotel abgeholt wurden.
Los ging’s zunächst auf einer asphaltierten Straße (Diani Beach Küstenstraße), dann über einen holprigen, unbefestigten Weg an vereinzelten Hütten (und einer ummauerten Anlage mit Häusern von Deutschen) erneut zu einer befestigten Straße. Die letzten 15km durch typische kenianische Dörfer auf unbefestigter Straße (rote Erde) bis zum Hafen.
Dort aussteigen, Toilettenbesuch (die eine deutsche Frau hat es tatsächlich erstaunt, dass es auf der Dhow keine Toilette gibt….). Rauf auf die Dhow (insgesamt nun mit Touristen aus anderen Bussen ca. 20 Leute + 3 Crew-Mitglieder) und Segel gehisst. Neeee, natürlich nicht – sondern Motor angeworfen (nein, ich habe nicht gedacht, dass gesegelt wird).
Erster Stop auf demWasser (clever, clever, ich war im Schatten unter einer Plane, die über die Hälfte des Bootes gespannt war) war die Delfinbegegnung. Drei lustige Rücken haben wir auch tatsächlich gesehen, aber wahrscheinlich sind die guten Tiere eher genervt von den ganzen Booten, die jeden Tag kommen. War also für mich, die ich hauptsächlich auch Delfine sehen wollte, eher eine Enttäuschung.
Dann ging’s an der Wasini Insel vorbei zum Maritim Nationalpark (oder so ähnlich, muss ich nochmal nachschauen). Dort durften dann die Schnorchler 1h schnorcheln gehen. Ich quasi-Nichtschwimmer bin mit ein paar anderen an Bord geblieben, habe mich schön schaukeln lassen und zugesehen, wie während fast der kompletten Zeit Eimer für Eimer Wasser unten aus dem Boot geschöpft wurde (also, wie saßen nicht im Nassen, sondern das war sozusagen unter Deck, durch aufgelegte Bretter in einer Luke erreichbar).
Die Schnorchler kamen zurück (der Einstieg ins Boot über eine alte, verrostete Leiter sah auch bei jüngeren nicht einfach aus und die meisten mussten halb hochgezogen werden – Lleiter ging wohl nicht weg vom Boot, sondern schräg zum Boot hin).
Nun eine lange Schaukelstrecke um Wasini Island herum bis wir zu unserem Essen anlegten. Auch hier wieder viele überraschte Gesichter. Waren halt Tische draussen unter einem Schatten spendenden Dach, sehr einfach, aber schon ok. Die Toiletten stellten scheinbar einen Kompromiss zwischen unseren Sitzklos und einheimischen Stehklos dar. Die Toilettenschüssel ca. 30cm (ich leg mich da nicht fest…) über dem Boden. Spülkästen sind oft vorhanden (war mir schon auf dem Addis Ababa Flughafen aufgefallen), aber es fehlt dann leider am Abzug. Bei manchen ist der Kasten dann offen und man kann sie versuchen, manuell zu bedinen. Aber so richtig ist  mir noch nicht klar, ob ich da jetzt spülen kann oder nicht. Zumindest ich konnte es heute nicht….
Essen war gemischt. Meerestiere (Krebse), Hühnchen und vegetarisch war im Angebot. Habe mich für vegetarisch entschieden (alles an einer Tafel, so dass es eh nicht so aufgefallen ist, wer was gegessen hat) und meinen morgigen 2tägige Safari bedenkend mich auf Reis und Brot mit Kokosnusssauce beschränkt. Dann stand noch ein Spaziergang durchs Dorf der Insel (Süßwasser gibt es nur vom Regen, Elektrizität gar nicht) auf dem Programm und für 2€ konnte man dann noch über einen Holzsteg einen Korallenpark und Mangroven begehen. Die eine Hälfte unserer Bootstruppe war übrigens schon beim Mittag plötzlich nicht mehr bei uns. Wir wurden von der Dhow aus mit 2 kleinen Boten abgeholt und mussten das letzte Stück durch’s Wasser waten. Die anderen waren im ersten Boot und scheinbar in einem anderen ‚Restaurant‘.
Nachdem sich nach einigem Zögern dann doch alle zu dem Stegweg aufraffen konnten (wie kann man da überlegen???) ging’s für meinen Geschmack viel zu schnell durch diesen Korallenpark und an den Mangroven vorbei. Aus ‚pole, pole‘ (langsam, langsam, alles schön in Ruhe) wird dann oft ein schnell, schnell, wenn erstmal gezahlt wurde. Schade, den Weg fand ich nämlich richtig klasse. Ich meine, dass er von den Frauen des Dorfes initiiert wurde.
Schnell zurück auf’s Boot und zum Hafen zurück übergesetzt. Und ca 1,5h wieder zurück über die Schlaglöcher zum Hotel ‚gehüpft‘. Das Hotel der anderen Teilnehmer war vor meinem gelegen und als sie ausgestiegen waren, kam dann die Frage vom Fahrer ‚only you and me now. Do you want to go to the hotel or any other place with me? It’s ok for me, you know‘ (‚jetzt sind nur noch wir beide hier. Möchtest Du zum Hotel oder irgendwoanders hin mit mir? das ist ok für mich‘. Wie bitte??? Nein Danke, zum Hotel und nein, auch keine Zigarettenpause und ja, ich bin verheiratet und mein Mann ist mit Magenproblemen im Hotel (da hat er sich dann entschuldigt, aber trotzdem… Trinkgeld gab’s jedenfalls nicht von mir). Depp. Oder vielleicht auch ich  –  weil ich vorne sitzen wollte, um ein paar Szenen zu filmen.
In Kenia ist Linksverkehr, aber so genau kann man das eigentlich nicht bestimmen. Es ist eher so ein Mittelverkehr. Dort scheint die Strasse noch am besten zu sein. Zur Not wird dann halt auch mal Rechtsverkehr gespielt. Fußgänger, Fahrradfahrer, Kühe, Ziegen, Affen, alle teilen sich die Fahrbahn. Eine Affenfamilie hatte sich dann auch erst nach einigem Zögern dazu bequemt, den Autos den Vorrang zu lassen. Ansonsten gilt, der stärkste mit dem größten Auto darf sich auch den schönsten Platz auf der Straße aussuchen. Dann müssen die Fahrradfahrer halt mal in den ‚Graben‘ ausweichen.

Nun aber ab zum Abendbrot und danach ins Bett (letzte Nacht auch nicht besser geschlafen). Verdammt, 5 uhr… das heißt 4 Uhr aufstehen… Kekse hab ich vorhin noch schnell eingekauft (dieses Mal wirklich nur ein paar Minuten pro Strecke benötigt), muss dann erstmal als Frühstück reichen. Muss nach dem Essen auch erstmal alles in meinem Fotorucksack verstauen, was ich für eine Nacht in dem anderen Hotel benötige.

Und hatte sich jetzt der Ausflug heute ‚gelohnt‘? Doch, ich habe es trotz Mangel an Delfinen genossen. Spannend finde ich einfach auch das Fahren durch die Gegend. Wasini Island vom Boot aus mit den tollen Baobab-Bäumen zu sehen war klasse und wie gesagt hat mich auch der Holzsteg beeindruckt.
Ach, hatte noch gar nicht erwähnt. Auf dem Rückweg hatten wir einen Platten. Noch recht nahe am Hafen. Für die Kinder aus dem Dorf war es eine gelungene Abwechslung.

Drückt mir die Daumen für viele Elefanten und sonstiges Big Five Getier morgen.

Text war vorgeschrieben und jetzt bin ich vom Essen zurück… das ist hier schon wirklich lecker im Kaskazi. Heute Hühnchen und Lammcurry vernascht. Als Nachspeise Melone und, tja, ich weiß es nicht. Rund, gelblich-grün von außen mit Kernen, ziemlich sauer drin. Größe wie Zitrone.
Heute war es richtig voll beim Essen. Neuzugänge oder waren die auf Safari?

Noch abschließend Thema Mücken: bisher hat sich nur eine bei mir vorgestellt, in meinem Bad, hat sich aber auch netterweise gleich zerquetschen lassen.

Und noch ein NACHTRAG zu gestern. Nein, es waren KEINE 1290 Bilder, nur die Hälfte. Hatte nämlich im Verzeichnis geschaut, wieviel Dateien es sind, aber da jedes Bild doppelt vorhanden ist, einmal hochauflösend, einmal als komprimiertes jpg, hat mich die Zahl angelogen.

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5 Antworten zu “Wasini Island oder: durchgerüttelt, durchgeschüttelt, durchgeschaukelt (verschaukelt?)”

  1. Katja sagt:

    Das nennst du kurz! Danke für die schöne ausführliche Reisebeschreibung. Kann es sein, dass du Passionfruit (Maracuja) gegessen hast? Die haben sehr viele essbare Kerne und sind oft sehr sauer. Ich liiiiiiiiebe sie.

    Viel Spaß auf der Safari und viele, viele Tiere. Tsavo ist toll – war allerdings nur in Tsavo East.

    LG
    Katja

    • Jamila sagt:

      Auch wenn man meine Kommentare vielleicht wieder nicht lesen kann…

      Denke auch es waren passions…. hmmmm lecker…..

      Was nur 600 Photos gestern – schwach. Grins…. denke du brichst alle Rekorde.
      Viel Spaß auf deiner Safari und viele, viele Tiere.

      So wie es aussieht müssen wir morgen Abend auf deine Berichte verzichten :-).

      Also freuen wir uns auf ü-morgen.

      Alles Liebe Birgitt

  2. Guddy sagt:

    Schön dass ich jetzt nun auch eine Dhow Fahrt miterleben durfte. kommt nämlich für mich nicht in Frage, da ich seekrank werde bei sowas:D
    Aber Du hast es ja so ausfürhlich geschildert als wenn man dabei gewesen wäre. Viel Spaß dann morgen!

    LG Guddy

  3. Petra sagt:

    Liebe Doris,
    das sind ja echt spannende Erzählungen. Ich spüre richtig die Dynamik – oder ist es mein Lesestil? – Echt aufregend. Auf die Fotos bin ich gespannt.
    Ich wünsche dir noch eine gute Zeit mit vielen wilden Tieren.
    LG Petra

  4. Uta Bakowski sagt:

    Wie witzig! Viel Spass bei der Safari , erwarte schon deinen Bericht 😉 Hoffe das wir uns Montag oder Dinstag noch dort sehen! Wie heisst dein Hotel oder hast du das schon Geli geschrieben! Liebe grüsse Uta

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